Technik trifft Medizin

17.10.2018: Das Herzstück eines Krankenhauses ist sein Operationsbereich.

OP-Pfleger Martin Geiger bei der Arbeit © Lisa Mathis

Richard Rayo Garcia, Martin Geiger und Julia Albrich bei der Instrumentenbegutachtung © Lisa Mathis

In Dornbirn sind rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter multiprofessionell in den Operationssälen tätig. Das Team ist für die Vor- und Nachbereitung der OP-Einheiten sowie die Vor- und Nachsorge der Patientinnen und Patienten bei operativen Eingriffen zuständig. Sie instrumentieren bei Operationen, bedienen medizintechnische Geräte und sind für die logistische Verwaltung von Materialien und Medikamenten zuständig.Im Zuge der Modernisierung unseres Krankenhauses wird auch die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, abgekürzt AEMP, erneuert. Sie gewährleistet als zentrale Dienstleistungseinrichtung für alle Abteilungen einen reibungslosen Krankenhausbetrieb. Gemeinsam mit der OP-Pflege sind diese Teams während des Umbaus besonders gefordert. Ihr Arbeitsbereich verändert sich mit den Etappen und sie sind durch die Logistik in der Versorgung gefordert. Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement herzlich bedanken“, betont Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.


Die Aufgabe des OP-Teams besteht darin, die Patientinnen und Patienten im OP-Bereich zu empfangen und bis zum Ende der Operation optimal zu betreuen. Um den hohen Standard und die Patientensicherheit garantieren zu können, wird bei jedem operativen Eingriff ein Protokoll geführt. Das ermöglicht die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Sterilisationsstandards und der verwendeten Materialien. Dabei wird an der AEMP die Aufbereitung aller Instrumente und Materialien in Siebebene unter Einhaltung einer gleichbleibend hohen, Barcode EDV-unterstützten Qualität mit lückenloser Dokumentation durchgeführt. Erster Schritt in der Modernisierung ist die Inbetriebnahme von drei neuen automatisierten Umlaufregalen. Sie basieren auf dem Prinzip des Paternosteraufzugs und ermöglichen eine maximale Raumausnutzung auf minimaler Grundfläche. „Paternoster nutzen auf geringer Fläche die Raumhöhe optimal aus und sind ein sehr platzsparendes und effizientes Lagersystem. Die neuen Regale ermöglichen in der AEMP auf rund 15,5 m2 Stellfläche rund sechs Mal so viel Lagerfläche“, so Krankenhausreferent und Vizebürgermeister Mag. Martin Ruepp, „und durch das mehrstufige Sicherheitskonzept bieten sie größtmöglichen Schutz für Mensch, Maschine und Lagergut.“


Sicherheit und Effizienz
Bereits bei der Planung der AEMP müssen neben den baulichen und räumlichen Strukturen auch die Organisation und die Prozesse berücksichtigt werden. „Ziel ist es, einen prozessorientierten Medizinproduktekreislauf und somit einen Qualitätskreislauf zu planen und umzusetzen. Nur so sind der hohe Standard und die Patientensicherheit zu gewährleisten“, betont Pflegedirektor Stephan Palaver, BScN. Der Kreislauf beginnt mit der Sterilisation und Lagerung, es folgt die Bereitstellung und Nutzung. Anschließend werden die Produkte gereinigt und einer Funktionsprüfung unterzogen, verpackt und nach der Sterilisation gelagert. Dabei muss das Verfahren und jeder Schritt nachvollziehbar sein. In Dornbirn dienen die drei neuen Umlaufregale als Lager für die rund 400 Tassen. Sie umfassen je nach Operation bis zu 100 Instrumente, die nach einer genauen Packliste zusammengestellt sind. „Derzeit begutachten wir rund 800 Einzelartikel“, erklärt die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) Julia Albrich. Sie leitet die OP-Pflege und ist gemeinsam mit dem Leiter der AEMP Richard Rayo Garcia und DGKP Martin Geiger am Planungsprozess des Umbaus beteiligt. Dabei geht es um die Optimierung der Abläufe, um das Instrumentenmanagement sowie die Aufrechterhaltung des Produktekreislaufes durch alle Phasen des Umbaus.


Teamarbeit im OP
https://youtu.be/rVjEWuV1SAc