Große Kämpfer, kleine Helden

12.11.2018: Weltweit wird im Durchschnitt etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren. Das bedeutet, es kommt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Auf die besondere Situation dieser Kinder macht der Welt-Frühgeborenen-Tag aufmerksam. Aus diesem Grund bietet das Krankenhaus Dornbirn am 17. November Einblicke für einen starken Start ins Leben. „Die Kleinsten sind an diesem Tag die Größten und zugleich unterstützt dieser Tag unsere Initiative Dornbirn lässt kein Kind zurück. Eine Präventionskette, die Kindern von Anfang an optimale Zukunftschancen ermöglichen soll“, betont Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. „Rund 137 Kinder – die zu früh auf die Welt kommen oder Neugeborene mit Anpassungsschwierigkeiten – werden jährlich in der Abteilung für Neonatologie von einem multiprofessionellen Team betreut“, so Krankenhausreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Ruepp.

Sanfte Berührung bei der Massage. © Lisa Mathis

Niemand ist zu klein, um ein wahrer Held zu sein. © Lisa Mathis

Niemand ist zu klein, um ein wahrer Held zu sein. Dennoch bringt das Leben mit Frühchen andere Wegmarken als jene, über die in den üblichen Babybüchern geschrieben wird. „Auch wenn das Kind noch einige Wochen bei uns auf der Frühgeborenen-Station verbringen muss, sollen seine Eltern von Beginn an die engsten Bezugspersonen sein. Sie werden wann immer möglich, in die Betreuung eingebunden und im natürlichen Kontakt mit ihrem Neugeborenen bestärkt und unterstützt“, betont DGKP Manuela Lugmayr, Stationsleitung auf der Neonatologie. An 365 Tagen im Jahr kümmert sich ein multiprofessionelles Pflege-, Ärzte- sowie Therapeuten-Team um das Wohl der zu früh geborenen Kinder und deren Familien. Die Eltern anzuleiten, ihre Kinder selbst liebevoll betreuen zu können, ist dabei ein wichtiger Punkt. Nicht zuletzt damit sie selbst ihre Kompetenz und Selbstverständlichkeit als Eltern entwickeln können. „Unser Ziel ist es, den Familien eine Orientierungshilfe zu geben und sie in ihre Selbstversorgungskompetenz zu stärken. Im Idealfall beginnt die Begleitung schon vor der Geburt, setzt sich über den stationären Aufenthalt fort und endet mit einer Entlassung nach Hause“, so Primaria Edda Haberlandt.

Im natürlichen Kontakt
Känguruhing ist eine Methode bei der das frühgeborene Kind nur mit einer Windel bekleidet, auf den nackten Oberkörper der Mutter oder des Vaters gelegt wird. Viele Untersuchungen zeigten, dass dadurch die Eltern-Kind-Bindung, die Temperaturregulation, die Zufriedenheit der Eltern, Wachstum und Gewichtszunahme, Stillrate sowie die Atmung und das Kreislaufsystem positiv unterstützt werden. „Es wird versucht das Kuscheln den Kindern und den Eltern auch mehrmals täglich über Stunden anzubieten", so DGKP Manuela Lugmayr. Am Welt-Frühchen-Tag möchte das Team der Neonatologie auf die besondere Situation dieser Kinder aufmerksam machen und gewährt Einblicke, die sonst nicht ohne weiteres möglich sind. So stellt das Team einen Inkubator und ein spezielles Wärmebett vor. Darüber hinaus gibt es jede Menge Infomaterial und Bilder – unter anderem zum Thema Elternintegration, die für die neurologische und motorische Entwicklung der Kleinsten wesentlich ist. „Wir werden nicht nur modernsten medizinischen Standards gerecht, sondern nehmen auch auf die individuellen Bedürfnisse der jungen Familie Rücksicht“, betont Dr. Edda Haberlandt, Leiterin der Neonatologie. Damit aus kleinen Helden ganz schnell große werden.

WELT-FRÜHCHEN-TAG
Für einen starken Start ins Leben
13:00 bis 18:00 Uhr
Pflegeheim-Saal, Erdgeschoss, Krankenhaus Dornbirn (ehemaliges Pflegeheim Lustenauerstraße)

Link zum VIDEO