Fröhliches Familienfest mit tieferem Sinn

26.11.2018: Im November fand die große Auftaktveranstaltung des Projektes „Auf gesunde Nachbarschaft – von klein auf“ im Dornbirner Bezirk Rohrbach statt.

Das Team vom Familienservice Dornbirn präsentierte die städtischen Angebote

Die Projektverantwortlichen (von links) Michael Walter (Stadt Dornbirn), Iris Biatel-Lerbscher (Netzwerk Familie), Familienstadträtin Marie-Louise Hinterauer, Bürgermeisterin Andrea Kaufmann, Monika Thaler (Gruppenleiterin Gesellschaft/ Stadt Dornbirn), Carla Frei (Stadt Dornbirn), Thomas Winzek (Netzwerk Familie)

Das Miteinander zählt

: Zahlreiche Kindergruppen umrahmten das bunte Fest musikalisch

„Als wichtiger Teil unseres Modellvorhabens ‚Dornbirn lässt kein Kind zurück‘ konzentriert sich dieses Projekt auf das nächste Umfeld der Familien – auf ihre Nachbarschaft. Hier sollen Netzwerke entstehen und vertieft werden, die Kindern ein gelingendes Aufwachsen erleichtern und ihren Familien Unterstützung bieten,“ so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Beim fröhlichen Auftaktfest im Therapiestall des Landeszentrums für Hörgeschädigte kamen zahlreiche Familien, um sich über Institutionen und Angebote im Rohrbach zu informieren. „Als erster Schritt war uns wichtig zu hören, wie es den Familien im Rohrbach geht – welche Angebote sie kennen, nutzen und welche noch fehlen. Die Erhebungen erfolgten durch einen Fragebogen, der im September an 5000 Haushalte versendet wurde. Mit den Endergebnissen wurde im Gesundheitszirkel, einer Arbeitsgruppe bestehend aus Eltern und Fachleuten, weitergearbeitet. Dort werden im Moment Visionen entwickelt, um familienunterstützende Angebote für den Stadtteil Rohrbach zu verbessern und gegebenenfalls neu zu schaffen,“ fasst Familienstadträtin Marie-Louise Hinterauer den bisherigen Projektverlauf zusammen. Mittels Familienlotsinnen und Familienlotsen sollen werdende Eltern und Familien mit Kindern zwischen 0 und 5 Jahren unbürokratisch und kostenlos begleitet und unterstützt werden. Dazu suchen Stadt Dornbirn und Netzwerk Familie weiterhin engagierte Ehrenamtliche. Nähere Informationen dazu erhalten Sie in der Familienabteilung der Stadt.

Ziel des Projekts, welches in Zusammenarbeit von Netzwerk Familie und der Stadt Dornbirn umgesetzt wird, ist es, auf den Stärken und Ressourcen des Stadtteils Rohrbach aufzubauen, die Nachbarschaft zu stärken, familienunterstützende Angebote gut zu vernetzen und an die Bedürfnisse der Familien anzupassen. Hier geht es nicht um neue Erfindungen, sondern um die Stärkung der vorhandenen Strukturen. Der Andrang zur Auftaktveranstaltung war groß. Die kleinen Besucherinnen und Besucher haben das bunte Rahmenprogramm, von Ponyreiten bis Streichelzoo, vom städtischen Kinderfuhrpark bis zur Kreativecke sehr genossen. Familien konnten sich neben den zahlreichen Kinderaufführungen unkompliziert und unbürokratisch über die breiten Angebote in Dornbirn informieren. Viele Kindergruppen trugen aktiv zum Gelingen des Festes bei und sorgten mit musikalischen Kostproben für ein buntes Rahmenprogramm.

"Das Miteinander zählt“
Von den 20 städtischen Kindergärten über die Familienservicestelle bis zum Eltern-Kind-Zentrum im Treffpunkt an der Ach: Die Stadt Dornbirn bietet selbst sehr viele Anlaufstellen für Familien zum unkomplizierten Austausch und gegenseitigen Unterstützung. Dazu kommen zahlreiche Angebote von Partnern, wie die Elternberatung, die privaten Kleinkinderbetreuungen oder Netzwerk Familie. Auch die Nachbarschaft soll eine Umgebung sein, die Halt gibt, waren sich die Besucherinnen und Besucher einig: „Eine gute Nachbarschaft heißt für mich, dass man sich gegenseitig hilft,“ so eine junge Mama und ihr Sohn ergänzt „und dass man jemanden in der Nähe zum Spielen hat“. Es ist das Miteinander, das im Leben zählt.

Im internationalen Kontext
Das Modellvorhaben „Dornbirn lässt kein Kind zurück“ gehört zu dem landesweiten Pilotprojekt „Kein Kind zurücklassen“, das gemeinsam mit dem Land Vorarlberg neben Dornbirn auch in Rankweil, Wolfurt und der Region Bregenzerwald umgesetzt wird. Über eine starke Vernetzung von öffentlichen und privaten Systempartnern soll ein tragfähiges und umfassendes Netz gesponnen werden, das Familien von Anfang an auffängt, wenn die Situation es erfordert. So kann ein gesundes, entwicklungsförderliches Aufwachsen gelingen und so findet jedes Kind in Dornbirn faire Startbedingungen vor. Mit diesem Ansatz startete nun auch die Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrem Projekt „Nurturing Care for Early Childhood Development“. Hier wurden die wichtigsten Faktoren in den jeweiligen Lebensabschnitten eines Kindes dargestellt. „Dornbirn lässt kein Kind zurück“ hat diesen Ansatz bereits im Modellvorhaben integriert und baut für jede Lebensphase so genannte Präventionsketten auf. „Wir sind hier in einer weltweiten Entwicklung ganz vorne dabei, darauf können wir stolz sein“, so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann abschließend.