Das vernetzte Krankenhaus

20.11.2018: Den Workflow vereinfachen, einen sicheren Zugriff auf Patientendaten ermöglichen und das medizinisch-pflegerische Personal bei Erfassungs- sowie Dokumentationsaufgaben unterstützen – dafür sorgen spezielle IT-Anwendungen, eine umfangreiche Vernetzung und das Team der Informatik.

Krankenhaus Digitalisierung - Visualisierung von einem Prozess_Christof Matt MSc, Leiter der IT © Lisa Mathis

Krankenhaus Digitalisierung - Speicherkapazität für Daten ist im Krankenhaus wesentlich © Lisa Mathis

Sie garantieren im städtischen Krankenhaus einen direkten Austausch zwischen Management, Ärzten, Pflege und technischen Diensten und dienen so dem Patienten. Dabei integrieren sie Systeme, optimieren Prozesse und agieren als IT-Architekten. Stets im Hintergrund sind sie doch ein strategischer Erfolgsfaktor jedes Krankenhauses. „Dornbirn ist mit der aktuellen Digitalisierungsoffensive landesweit Vorreiter. Dazu gehört auch moderne IT im Gesundheitswesen“, so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.


Welche Medikation bekommt Patientin A auf der Chirurgie, wie sind die aktuellen Blutwerte von Patient B in der Traumatologie und wie sehen die neuen MRT-Bilder von der kleinen Patientin C auf der Kinder-und Jugendabteilung aus? Im Krankenhaus – und vor allem im Notfall – kommt es darauf an, dass alle relevanten Informationen für jeden Berechtigen jederzeit und mit der entsprechenden „Performance“ zur Verfügung stehen. „Nur wenn Ärzte und Pflegepersonal lückenlos, jederzeit und überall Zugriff auf Patientendaten haben, können sie schnell und zielgerichtet handeln und so das Wohl der Patienten ins Zentrum ihrer Arbeit stellen“, erklärt Christof Matt MSc., Leiter der IT. Er sorgt mit seinem Team dafür, dass die digitalen Kommunikationswege uneingeschränkt – das heißt 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr – funktionieren. Zugleich unterstützen IT-Anwendungen das medizinisch-pflegerische Personal bei den Erfassungs- und Dokumentationsaufgaben. Denn jede Entlastung bedeutet hier einen wesentlichen Zeitgewinn zum Wohle der Patientinnen und Patienten.


Von Insellösungen zu E-Health-Prozessen
17 Abteilungen, vier Ambulanzen und in Zukunft sieben neue Operationssäle sowie dutzende krankenhausspezifische Einzelanwendungen, die sich IT-seitig oft schwierig verwalten lassen. Die Folge: Die Komplexität der Systeme steigt ebenso wie die Anforderung an die Infrastruktur, die Integrationsansprüche berücksichtigen muss. „Es sind zahlreiche unterschiedliche Systemlandschaften zu integrieren und zugleich muss die Datensicherheit gewährleistet sein“, betont der Leiter der IT. Denn heterogene IT-Systeme für Verwaltungs-, Diagnostik- und Therapiefunktionen würden zu unnötigen Mehrfacheingaben von Patientendaten und -befunden führen. So besteht die Herausforderung, die Stand-alone-Geräte mit dem funktionierenden interoperativen Gesamtsystem zu vernetzen. „Um einem durchgängigen E-Health-Prozess gerecht zu werden, benötigen wir technische Lösungen mit standardisierten IT-Services und klaren Schnittstellen.“ Virtualisierung ist der leitende Grundsatz. Das Krankenhaus Dornbirn verfügt über eine flächendeckende IT-Infrastruktur mit einem weit entwickelten Netzwerk mit über 2.000 Ports. Daran werden 150 Kleinsysteme und 110 Server mit unterschiedlichen Software- und Abteilungslösungen betrieben. Viele Abteilungslösungen und medizinische Geräte sind an einen zentralen Datenbankserver angeschlossen. „Es ist eine komplexe IT-Architektur mit hochverfügbaren redundanten IT-Systemen“, so Christof Matt, der mit den Anwendern gemeinsam an neuen Prozessen arbeitet, „denn eine neue Software allein verbessert nichts, wenn nicht zuvor die Abläufe, die sie abbilden soll, kritisch hinterfragt und optimiert wurden.“ Es ist wesentlich, dass sich die IT mit den Prozessen im Krankenhaus sowie im Projekt- und Prozessmanagement auskennt. „Ich muss wissen, wer welche Informationen wann und in welcher Form benötigt und dann alle beteiligten Parteien für die Visualisierung mit ins Boot holen.“ Das bedeutet, sich den Prozess mit seinen Abläufen sowie der Infrastruktur vor Augen zu führen. Dabei sorgen die vernetzten Strukturen und die ständige Datenverfügbarkeit für ein Datenwachstum, das auch durch die Langzeitarchivierung eine Herausforderung für die IT darstellt. So erzeugen MRT-Untersuchungen zum Beispiel enorme Datenmengen. Auch die Ambulanzen mit den starken Frequenzzahlen benötigen viel Speicherplatz. „Mit unseren 45 Terabyte Speicherkapazität sind wir bestens aufgestellt und mit unserem redundanten Storage sichern wir auch in Zukunft die Hochverfügbarkeit der Daten“, betont Krankenhausreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Ruepp.