Chancen leben

10.01.2019: Mit mehr als 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Stadt Dornbirn eine bedeutende Arbeitgeberin und sich der großen sozialen Verantwortung bewusst. So wird Inklusion in Dornbirn als ein Miteinander gelebt. Jeder Mensch ist – unabhängig von Herkunft, Lebensalter, sexueller Orientierung oder Behinderung – ein anerkannter und wertgeschätzter Teil der Gesellschaft. „Inklusion setzt auf die Stärken der Menschen und reduziert sie nicht auf ihre Defizite. So wird Menschen mit einer Behinderung eine selbstbestimmte, bedarfsgerechte und auch gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht“, so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Das bestätigt die Auszeichnung "Inklusionsfreundlicher Betrieb" vom Land Vorarlberg.

Übergabe der Auszeichnung: v.l.n.r. Verwaltungsdirektor Mag. Helmut Fornetran (KH Dornbirn), Marina Saler (Personal KH Dornbirn), Verwaltungsleiter Martin Mäser, MSc (Pflegeheime Dornbirn), Stadtamtsdirektor Dr. Hanno Ledermüllner, Katharina Urbanz, Landesrat Dr. Christian Bernhard. © serra

Katharina Urbanz mit Abteilungshelferin Sabine Wieser bei der Arbeit. © Stadt Dornbirn

Jan Thomas mit seiner Aufgabenliste © Stadt Dornbirn

Ein winziges Chromosom, eine große Bedeutung. Ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden, trägt es genau jene Gene, die Menschen mit Down-Syndrom so unverwechselbar machen – wie Jan Thomas. Mit einer Selbstverständlichkeit und einem Lachen beginnt der junge Mann am Morgen seinen Dienst im Pflegeheim Birkenwiese. Seit vier Jahren gehört er zum Pflegeteam im zweiten Obergeschoss. Am Anfang war es für das Team ein Lernprozess. Welche Aufgaben, ganz ohne Überforderung, für Jan machbar sind. Heute meistert Jan mit seiner Aufgabenliste, die ihm Struktur bietet, und einem Lachen seinen Arbeitsalltag. Dabei sind die einzelnen Punkte so formuliert, dass er sie behalten und auch ausführen kann. Dazu gehören das Beschriften der Tafel mit dem aktuellen Mittagsmenü und das Auffüllen von Bedarfsmitteln in den Zimmern der Bewohnerinnen und Bewohner. Diese gehen offen auf Jan zu, akzeptieren ihn so wie er ist und schätzen seine positive Art. Im Team ist Jan ohnehin anerkannt. „Es geht darum, nicht zuerst das Handicap, sondern die Fähigkeiten zu sehen“, so Sozialstadträtin Marie-Louise Hinterauer.

Das Wir gewinnt
Inklusion schätzt nicht nur die Unterschiedlichkeit von Menschen, sondern sie bejaht die Vielfalt einer Gesellschaft und sieht darin eine wertvolle Ressource“, so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Seit Jahrzehnten setzt sich die Stadt für Inklusion in allen städtischen Einrichtungen ein. So sind rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen beschäftigt. Zu ihnen zählt auch Katharina Urbanz. Die 20-Jährige unterstützt an drei Vormittagen das Team auf der Geburtshilfe im städtischen Krankenhaus und ist mit ihrer fröhlichen Art eine Bereicherung. „Damit wird Inklusion zum gleichen Recht für Menschen, die verschieden sind. Als Normalitätsprinzip und zugleich gesellschaftliche Aufgabe, die im Alltag gelebt werden muss, damit Menschen mit Behinderung ohne Barrieren am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, betont Krankenhausreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Ruepp.