Bärte für die Männergesundheit

28.11.2018: Vorsorge und Männer passen noch nicht so gut zusammen. Das will die Aktion „Movember“ ändern. Mit der Wortkombination aus November und dem englischen Schnurrbart moustache möchte die internationale Aktion auf Prostatakrebs und andere Gesundheitsprobleme von Männern aufmerksam machen. Grow a mo, save a bro – ist der Slogan, bei dem es um Aufmerksamkeit für mehr Männergesundheit geht. Fünfzehn Männer am Krankenhaus Dornbirn setzen ein sichtbares Signal für ein sinnvolles Thema.

Ein sichtbares Zeichen setzen Dr. Alban Mähr (Assistenzarzt Orthopädie-Traumatologie), Dr. Valentin Grabher (Turnusarzt), OA Dr. Stefan Speckle (Orthopädie-Traumatologie), DGKP Lukas Beck, OA Dr. Christoph Gaedt (Innere Medizin), OA Dr. Christoph Heingärtner ( Orthopädie-Traumatologie) und OA Dr. Medvedev-Hannes Zakhar (Orthopädie und Traumatologie)

Aus der „Schnapsidee“ einer Gruppe Australier wurde eine internationale Bewegung. Zu Ehren des Geburtstags eines Freundes beschloss die Männergruppe, sich den „männlichsten aller Bärte“ wachsen zu lassen. Oft auf die neue Gesichtsbehaarung angesprochen, fiel die Entscheidung, die Aufmerksamkeit für etwas Sinnvolles zu nutzen: So entstand 2004 „Movember“ und mit der Bartwuchs-Aktion wurden Geld und Aufmerksamkeit für die Prostatakrebsforschung gesammelt. Seither haben sich über fünf Millionen Menschen auf der Movember-Seite registriert, darunter auch fünfzehn Männer mit Schnauzbart im städtischen Krankenhaus. Dr. Stefan Speckle, der Oberarzt der Orthopädie und Traumatologie ließ sich im Sinne der Vorsorge zum zweiten Mal einen Schnauzbart wachsen. „Vor allem im privaten Umfeld wird man darauf angesprochen. Bei Männern frage ich dann immer zurück, ob sie schon beim Urologen waren.“ So sorgt der Bartwuchs für eine gute Gelegenheit, das ernste Thema zur Sprache zu bringen.

Den PSA-Wert kennen
Eine jährliche urologische Vorsorgeuntersuchung wird jedem Mann ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Die Statistik zeigt allerdings, dass jeder fünfte Mann zwischen 20 und 69 Jahren noch nie bei einer präventiven Untersuchung war. Dabei ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Ein PSA-Test ist dabei eine wichtige Ergänzung zur Tastuntersuchung. Dafür wird Blut im Labor auf den PSA-Wert untersucht. Die Abkürzung steht für „prostata-spezifisches Antigen“, ein Eiweiß, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird. Ist der Wert erhöht, kann dies ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Es könnte aber genauso gut eine Entzündung des Harnwegs dahinter stecken oder auch banale Gründe. „Die meisten gehen erst zum Arzt, wenn sie Beschwerden haben“, erklärt Dr. Stefan Speckle. Hier Bewusstseinsbildung zu schaffen, ist die Intention von Movember. Wer sich an die Regel hält, startet frisch rasiert am 1. November und hat Ende Movember einen gepflegten 30-Tage-Schnauzbart. Ob und wie der am 1.Dezember fallen muss, ist in den Regeln allerdings nicht festgeschrieben. Theoretisch könnte man ihn sogar stehen lassen. Allerdings, so populär ist der Schnauzer dann doch wieder nicht. Zumindest nicht, wenn der „Movember“ wieder vorbei ist. Und so werden auch die 15 Männer von Ärzten und der Pflege nach der Bewusstseinsbildung für die Männergesundheit zum Rasierer greifen.